Wicca

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Wicca

Beitrag von wds am Di Jun 15, 2010 3:26 pm

"Wicca", altenglisch "Hexe" nennt sich der vom Engländer Gerald B. Gardner begründete - oder durch ihn überlieferte? - Hexenkult. Gardner will 1939 von einer Hexe namens Dorothy Lutterbuck in den Hexenkult initiiert worden sein. Sein Buch "Witchcraft to-day" aus dem Jahre 1965 bildet so etwas wie die Grundlage des englischen Wicca-Kultes.
Der Kult verehrt "die grosse Göttin", Mutter Erde und dreifache Mondin. Die zentrale "Göttin" (oft Aradia oder Cerridwen genannt) verfügt über alle Kräfte des Weiblichen. Ihr zur Seite steht der gehörnte männliche Gott (Cerunnos oder Herne genannt). Im Ritual vertreten Priesterin und Priester nach dem überall wirksamen Prinzip der schöpferischen Polarität die Göttin und den Gott. Priesterin und Priester sind im Ritual "Götter zum Anfassen".
Magie gilt als Kunst und als eine natürliche menschliche Fähigkeit, die in unserer heutigen Gesellschaft weitgehend brach liegt. Im deutschsprachigen Raum wird in der Sicht des Kultes die Hexenreligion seit der Christianisierung dem Satanismus zugesellt, was der Wicca-Ideologie nicht entspricht. Der Teufel gehört nach Ansicht der Wicca-Anhänger in das Szenario des Christentums, nicht aber zur Wicca-Religion. Ziel aller Rituale ist die Harmonie des Menschen mit den göttlichen Kräften in der Natur und in sich selber. (Wicca-Vertreterinnen nennen ihre Götter und Kräfte auch Archetypen). Man glaubt an Wiedergeburt der menschlichen Seele bis zurück ins Steinzeitalter und an ein Zusammenleben mit dem Kosmos. Die Bewegung "feiert acht wichtige Feste, die man Sabbats nennt. Vier davon sind Sonnenfeste: Die Tag- und Nachtgleichen und die Sonnenwenden; vier andere sind keltische Feste: Imbolc (2. Februar), Walpurgisnacht/Beltane (1.Mai), Lammas/Erntedankfest (1. August), Winteranfang/Samhain (1. November)." In der Hexentradition gehören zur Feier Tanzen, Singen, Essen, Trinken und festliche Heiterkeit. "Wie schon unsere Vorfahren, glauben auch wir, daß wir diese rituellen Feste mit unseren Göttern teilen. Darum wird immer ein Teil der Mahlzeit als Opfer dargebracht." Magie wird offiziell definiert als "die Kunst, Veränderungen in der materiellen Welt oder im Bewußtsein des Ausübenden zu erwirken. Dies geschieht durch den Gebrauch der Willenskraft und subtiler mentaler Energien, in Übereinstimmung mit den göttlichen Kräften des Universums." In der Regel geben Wiccas zu, dass die Magie in der äussern Wirklichkeit mindestens oft das gesetzte Ziel nicht erreicht. Ausgefeilte Initiationen führen Mitglieder in die höheren Grade ein und verschaffen der Bewegung eine gewisse Hierarchie.


Der Wicca - Coven oder Zirkel.
Ein Coven hat bis zu 13 Mitgliedern, ein Hohepriester und eine Hohnpriesterin. Diese werden durch den Coven gewählt oder haben den Coven gegründet. Sie leiten den Coven meistens in Demokratischer Abstimmung. In einen Zirkel werden die 4 Wächter der 4 Himmelsrichtungen, entweder durch Mitglieder die dazu ernannt wurden gerufen beim Kreisaufbau. Oder es wird gefragt, wer eine Himmelsrichtung anrufen möchte. So kann es auch Leute im Zirkel geben, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel wird im Seax - Wicca von Raymond Buckland auch ein Art Zeremonienmeister in dem Buch The Seax Wicca beschrieben. Treffen sich verschiedene Wicca - Zirkel zu einen Ritual, dann wird meistens ebenfalls vorher gefragt, wer irgend eine Himmelsrichtung anrufen will.

Wicca und Glaube
Die Gottheiten der Wiccas zu entdecken ist ein großes Abenteuer. Überall manifestieren und enthüllen sie sich. Die ganze Natur kündet vom Geheimnis der Göttin, die ihren Schleier ständig lüftet und die Menschen in ihr Angesicht schauen lässt. Und auch der männliche Gott erscheint ständig in Inspirationen und Erleuchtungen. leider schenken wir Menschen ihnen viel zu wenig Gehör. Wiccas lehnen den Absolutismus des eigen Glaubens als den einzig wahren allerdings strikt ab.
Der Wicca- Kult geht von einer anderen Vorstellung aus. Göttin und Gott haben sowohl helle, als auch dunkle Seiten. Die ganze Natur besteht aus Gegensätzen und diese finden sich auch in uns Menschen selbst wieder. Unser Unterbewusstsein umfasst das ganze Spektrum von den hellsten bis hin zu den dunkelsten Möglichkeiten des Menschlichen. Hier ist die Möglichkeit jedes Einzelnen entscheidend, die zerstörerischen Impulse zu besiegen und destruktive Energien in konstruktive umzuwandeln.
Das Göttin und Gott auch dunkle Seiten haben, muss uns nicht erschrecken. Ein reißender Fluss z. B. vernichtet viel, schenkt aber auch fruchtbaren Boden, auf dem neues Leben von Pflanzen entsteht. Und so verhilft auch der Tod den lebenden zu einem tieferen Verständnis des Lebens und schenkt den verstorbenen Ruhe. In der Natur sind Gut und Böse oft identisch und eine Frage des Standpunkts. Letztlich entsteht aus allem Bösen etwas gutes. Die Wiccas betonen allerdings den hellen Aspekt des göttlichen. Dadurch erhalten sie eine Perspektive für das Streben nach den höheren Möglichkeiten der menschlichen Existenz. Und wenn Tod, Zerstörung Schmerz, Leid oder Zorn das leben eines einzelnen einmal betreffen, und das wird unausweichlich so sein, kann jeder sich getrost an Göttin und Gott wenden. Denn auch diese dunklen Seiten unseres Lebens sind ja ein teil von ihnen. Wiccas brauchen keinen Teufel, dem sie diese dunklen Seiten des Lebens unterschieben können, und ebenso wenig brauchen sie einen übernatürlich guten Gott, der sie vor den dunklen Seiten des Lebens bewahrt. Denn beides gehört zum leben einfach dazu. Wiccas fallen vor Göttin und Gott nicht auf die Knie. Sie verehren das Göttliche und arbeiten mit den Gottheiten zum Wohl einer besseren Welt und des spirituellen Verständnisses unseres menschlichen Lebens. Der Gott und die Göttin sind Gott und Göttin mit vielen Namen. Die Göttin und der Gott sind Liebende und Geliebte im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind nicht so weit weg und unantastbar wie der Gott der monotheistischen Religionen. Sie sind in jeder Mann und Frau wieder zufinden. Denn Göttin und Gott verweilen gerne bei Ihren menschlichen Kindern. Die Wiccas gehen eher von der Tatsache aus, das alles Böse eine Erfindung der Menschen sei. Sie betrachten Gott und Göttin als Freund/in, Liebhaber/in aber auch als etwas sehr mächtiges. Was Leben erschafft und zerstören kann. Eben wie es die Natur vor gibt. Inzwischen gibt es aber kaum ein Prinzip, das nicht durchbrochen worden ist. Es gibt Coven, die nur die Göttin verehren, Coven, die nur aus Frauen oder nur aus Männern bestehen. Selbsteinweihungstraditionen, etc. Die Bezeichnung 'Wicca' auch mit mittlerweile von Gruppen verwendet wird, die sich selbst dazu gemacht haben. Wobei man sagen kann: Wenn diese nach dem BOS von Wicca bzw. Gardner ihren Zirkel bzw. ihr Leben ausrichten, warum auch nicht?


Die Initiation
Die Initiation öffnet im Initianten die Kanäle für die göttlichen Kräfte. Sie ist eine Weihe der Person an die Götter. Sie beginnt auch die Beziehung zwischen ihr und dem Einweihenden als Schüler und Lehrer. Initiationen werden in den meisten Traditionen gegengeschlechtlich vergeben. Wir glauben, dass der Fluss der göttlichen Kraft am besten zwischen ihren männlichen und weiblichen Polen funktioniert. Der Hohepriester initiiert anstelle des Gottes die Initiantin und erkennt die Kraft der Göttin in ihr an, oder umgekehrt. Initiation ist der Anfang eines langen Weges durch die Entwicklung des göttlichen Selbst. Jeder fängt an einem anderen Punkt an und hat einen anderen Weg zu gehen, doch gibt es auf allen Wegen Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. Vor allem verbindet uns die gemeinsame Arbeit mit der göttlichen Kraft. Die Initiation bindet den Initianten ein in den Gruppengeist des Covens. Durch die Arbeit mit den inneren Kräften entsteht ein Band zwischen den einzelnen Mitgliedern, das uns aneinander bindet und unsere Kräfte zu einem großen Ganzen verschmilzt. Die Summe der einzelnen Kräfte ist größer, als die einzelnen Kräfte zusammengenommen. Innerhalb des ersten Grades gibt es keine merklichen Unterschiede, der Initiant lernt weiter sowie den Umgang mit den Werkzeugen. Es gibt 3 Grade. Wer den 3. Grad innehatte, konnte einen eigenen Coven gründen. Bei den ersten Wicca - Coven gab es nur einen Grad. Erst später wurden 3 Grade in Wicca eingeführt, durch Alex Sanders und seine Wicca - Strömung. Vor allen in Deutschland und Europa setzte sich das 3 Grade System durch. Es heißt, dass nur eine Hexe eine andere Hexe initiieren kann. Der Grund liegt darin, dass so gewährleistet wird, dass eine Wicca von einer anderen erfahreneren Wicca auf dem Weg begleitet, bzw. unterrichtet wird. Zu Anfangszeiten des Wiccas war magische Literatur und Wicca-Literaur im Speziellen eine Rarität. Zum heutigen Stand hier sagt Janet Farrar: „Es gibt keinen Teil des Gardner Buch der Schatten, welcher nicht irgendwo bereits veröffentlicht wurde“. Im traditionellen Wicca wird die Initiation von einem gegengeschlechtlichen Priester höheren Grades durchgeführt. Begründet liegt dies in der Polarität. Andere sehen es wichtig, dass die Polarität auch in einem selbst durch Verbindung mit der Anima bzw. dem Animus erzeugt werden kann und so kann auch ein gleichgeschlechtlicher als Initiator fungieren. Ab dem 2. Grad kann man in den 1.Grad initiieren. Die formale Initiation erfüllt auch die Funktion ein neues Covenmitglied in den Gruppengeist und die Gemeinschaft des Covens einzugliedern. Traditionelle Wiccas sprechen von der Linie mit der sie alle untereinander verbunden sind. Im traditionellen Wicca macht der 1.Grad eine zur Wicca - Priester / In, der 2. Grad zur Hohenpriester / In, versetzt also in die Lage, ein Ritual zu leiten und andere auszubilden. Der 3. Grad (ebenfalls Hohepriester / In genannt) wird verliehen, wenn man in der Lage ist seinen eigenen Coven zu gründen. Nicht-Traditionelle Coven haben oft andere Kriterien für sich entdeckt. Die Maßstäbe und Kriterien ab wann ein Initiand für welchen Grad bereit ist variieren selbst im traditionellen Wicca sehr stark. So lernen die einen nach einem rigorosen Lehrplan, während den anderen ans Herz gelegt wird, das Wichtigste sei es zu lernen.

Innerhalb des ersten Grades gibt es keine merklichen Unterschiede. Traditionen, die nur einen Grad haben, haben den ersten Wicca-Grad, den Priester-Grad. Sie wählen ihre Hohepriester innerhalb dieses Grades aus. Die Hohepriester haben hier einzig die Funktion, die Coven zu leiten. In den Traditionen mit Drei-Gradsystem, wird man im zweiten Grad zum Hohepriester geweiht. Zweitgradinhaber sind alle Hohepriester / innen, auch wenn sie keinen Coven leiten. Und im dritten Grad wird man zur Hexenkönigin bzw. zum Hexenkönig geweiht. Diese Aussage halte ich für sehr umstritten. Bei den Alexandrian Wicca gibt es auf jeden Fall den dritten Grad. Es gibt einige Traditionen die sogenannte Bestimmungsgrade verleihen. Zum Beispiel: Wächter, Wächterin für eine bestimmte Himmelsrichtung oder andere wichtige Aufgaben. In Wicca wurde bisher nur Alex Sanders zum Hexenkönig ausgerufen. Schon allein deswegen ist dies eine sehr umstrittene Geschichte. Viel mehr wird Heute mehr die alten Wiccas als höchste Würdenträger betrachtet.
Die Urinitiation von den ersten Wica so nannte Gardner Wicca ganz am Anfang, die mir bekannt ist, war ein sehr hartes Ritual. Dies ist in den alten Büchern der Schatten überliefert. Heute sind zum Teil die Initationen schon fast Lachhaft bei einigen Traditionen. Die Urinitation wurde nach dem schamanischen Ritual der Indianer gemacht und war fast eine Woche lang mit verschieden Exerzitien und Meditationen und Fasten unter der Aufsicht eines erfahrenen Mitglied.
Der Ablauf war folgender:
Der Initiant oder Initantin mussten die totale Versenkung des Geistes beherrschen. Dies bedarf einer jahrelangen Übung von Meditation und anderen Fähigkeiten. Nach dem die Person soweit war und initiert worden konnte, musste diese eine Woche bei Wasser und Brot fassten. Die Person durfte nur Abends essen. Dann wurde eine Schwitzhütte gebaut. Die Person musste nun über mehrere Stunden in dieser Schwitzhütte verbringen. Dabei wurden Kräuter ( Keine Drogen ) leicht hallozigäne Stoffe wie zum Beispiel den Klatschmohn der überall auf den Feldern und Wiesen wächst geräuchert. Dann wurde die Person zu einen heiligen Ort gebracht, mit einer älteren erfahreneren Person. Hier sah die zu initiernden Person meistens eine Vision oder sein Totemtier. Danach musste die Person vor den Coven treten. Es wurden die drei Fragen gestellt: Wer bist Du? Was willst Du? Wohin gehst Du? Darauf hin musste die Person in Pentagramm - Stellung stehend vor dem Coven mehrere Schläge mit der Geisel in Andacht an die verstorbenen Schwestern und Brüder hinnehmen. Es durften beim Geiseln keine Striemen entstehen und die Person musste dies ohne Schreie oder sonstige Gesten hinnehmen, da man damit fest stellen konnte ob die Person wirklich in Trance und Meditation versunken war. Dann musste die Person den Hexenschwur ablegen. Jetzt bekam diese von Hohepriester und Priesterin die Wichtigsten Hexenwerkzeuge geschenkt. Dann feierte der Coven das neue Mitglied.

Wicca und der Tempel:
Wiccas entscheiden sich also bewusst dafür, ihre Handlungen nach den Idealen ihres Glaubens auszurichten und so ein friedvolles und schönes Miteinander von Mensch und Natur im Sinne von Göttin und Gott zu schaffen.
Darin liegt eigentlich der Kern des Wicca - Kultes: die freudvolle Vereinigung mit der Natur.
Die ganze Erde ist Manifestation göttlicher Energie. Blumen, Wiesen, Meere, Strand Wüste etc. sind nichts anderes als Tempel. Tritt man ins Freie, betritt man geheiligten Boden. Allerdings nur Natur, Wald usw.
Wiccas hören der Erde zu. Rituale sind letztlich nur Hilfsmittel zur Sicherung des Kontaktes.


Geschichtlicher Hintergrund
Die Wicca-Religion wurzelt im frühzeitlichen Naturglauben der europäischen Stämme, lehnt sich insbesondere an das Keltentum an. Ein Wiedererwachen bzw. eine Rekonstruktion erfuhr diese Religion Anfang des 20. Jahrhunderts, als Robert Graves, Margret Murray und Gerald B. Gardner durch ihre Publikationen das Interesse an der Alten Religion weckten.
1951 wurde in England das "Anti-Witchcraft-Law" außer Kraft gesetzt. Gardner bekannte sich daraufhin öffentlich zum Hexentum und bildete auch andere dahingehend aus. Gardner selbst erklärte, von einer der letzten Hexen selbst initiiert worden zu sein und leitete davon seine Berechtigung, andere zu unterweisen ab.
Die Strömung verbreitete sich rasch in Europa aus und fand auch 1975 ihren Weg nach Amerika und in die ganze Welt. Viele der neugegründeten Konvente beriefen sich auf Gardner. Es gab aber auch andere, die Gründung ihrer Covens nicht auf ihn zurückführten. Alle Konvente, egal welcher Ausrichtung, stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Religiöse Ausrichtung
Der Glaube der Wicca unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von dem bereits erwähnten Inhalten. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Konvente etwas in ihrer Ausrichtung. So gibt es inzwischen keltische Wicca, Dianische Wicca, Feen Wicca, hellenische Wicca usw. Bei den meisten Konventen stehen Frauen und Männer sich in einem ausgewogenem Zahlenverhältnis gegenüber. Es gibt allerdings auch rein weibliche und rein männliche Konvente.
Einer der wichtigsten ethnischen Richtlinien des Wicca ist die sog. Rede, die besagt "Tu was du willst und schade niemand (engl. An it harm none, do what you will). Ein weiterer Grundsatz ist "Alles was von dir ausgeht fällt dreifach auf dich zurück".
Liebe zum Leben in all seinen Formen ist das ethnische Grundprinzip des Hexenkultes Wicca. Wiccas achten und ehren alle Lebewesen, sie behüten die Kräfte des Lebendigen. Das bedeutet Schutz der Vielfalt im Leben der Natur, bedeutet Kampf gegen Umweltzerstörung und Artenausrottung.
Wicca distanziert sich vom sog. Satanismus und sieht im Satan lediglich eine Symbolgestalt des Widerstandes gegen das Juden- und Christentum ist.

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