Gerald Brousseau Gardner eine Biografie

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Gerald Brousseau Gardner eine Biografie

Beitrag von wds am Di Jun 15, 2010 3:28 pm

Im Jahre 1884 in England geboren, gilt als Begründer des modernen Hexenwesens heutiger Zeit.
Er verbrachte einen Großteil seines Lebens im Fernen Osten wo er als Gummipflanzer und Zollbeamter tätig gewesen ist. Von dort aus wieder in die Heimat zurückgekehrt, zog er sich als wohlhabender Mann zurück, doch er blieb dabei nicht untätig, sondern widmete sich dem Studioum der Teosophie, dem Rosenkreuzertum sowie den geheimen Wissenschaften
Sein großes Interesse an der Religion und die damit verbundene Naturverehrung durch sog. Primitivkulturen (einfache Völkerkulturen) brachten ihn zur Kontaktaufnahme zu einem Coven in New Forest, wo er schließlich als Mitglied initiiert wurde. Dieser Coven nannte sich Gilde der Weisen (Craft of the Wise). Als man die Witchcraft-Act aus der englischen Verfassung herausstrich, trat die bis dato im Geheimen, im Untergrund arbeitende Gruppe ans Licht der Öffentlichkeit. Das dadurch erreichte Popularitätslevel zog viele Möchtegern Hexe- und Magier in die Kreise der Organisation. Gardner galt als starke Persönlichkeit, die das englische Hexenwesen entscheidend mitprägte, ihm in geradezu unnachahmlicher Weise seinen Stempel aufdrückte. Hierzu passend sei folgender Wortlaut (O-Ton Gardner) zur Untermauerung dieser Tatsache beigefügt:
"Wenn ich autorisiert wäre, all ihre Rituale preiszugeben, wäre es ein leichtes, zu beweißen, das Hexen nichts mit dem Teufel gemein haben. Aber die Eide sind mir heilig, und die Hexen sind meine Freunde. Ich würde ihre Gefühle nicht verletzen wollen. Sie haben Geheimnisse, die sie streng hüten. Und sie haben gute Gründe für diese Diskretion."
Von der Presse häufig als "Obermeister der britischen Hexenzunft" bezeichnet, gab er sich
(ähnlich wie später Alex Sanders, der sich ebenfalls zum König der Hexen krönte und sich als solcher bezeichnete) den Namen König der Hexen. Er gründete auf der Insel Man ein Hexenmuseum und dürfte auf seinem "Spezialgebiet" fraglos weitaus fachkundiger gewesen sein als die ganzen von der Regenbogenprese ins Rampenlicht gerückten selbsternannten Zauberer.
Später schrieb er seinen Roman "High Magick's Aid" (1949). Diesem Buch folgten zwei weitere (Witchcraft today = Hexenmagie heute, "Ursprung und Wirklichkeit der Hexen"
es gilt als erstes Buch, das über modernes Wicca-Tum veröffentlicht wurde).
Man könnte es auch als erfrischend logisch einleuchtenden Versuch beschreiben, das Ansehen der sogenannten "alten vorchristlichen Religion" inhaltlich (und gesundermaßen) von der gesamten schwarzmagie mit all ihren schwarzmagischen Bereichen wie dem Satanismus, schwarze Künste, Blutsopfer und Teufelsanbetung abzugrenzen
Und Ursprung und Wirklichkeit der Hexen (the Meaning of Witchcraft) (Orig. Englische Ausgabe 1959, dt. Ausg. 1965). Diese Bücher sollten tieferen Einblick in die Lehren des traditionellen Hexenwesens geben. Zu Gardner's Spezialgebieten die er tätigerweise ausübten, gehörten Sexualmagie auf Basis von SM und Voryeurismus, allesamt Bereiche die auch als Kennzeichen der von ihm gegründeten Coven/Hexenzirkeln galten. Gardner unterhielt Verbindungen zu Aleister Crowley und stand in Kontakt zum O. T. O (Ordo Templi Orientis) - kein Wunder, schließlich übten auch diese Coven u. a. fernöstliche Formen praktischer Sexualmagie aus.

Gerald B. Gardner zeigte sich im Sinne "auf der Suche nach einem wahren Glauben" von Margareth Murray, einer Akademikerin inspiriert. Obwohl er zahlreiche Hexenzirkel/Coven in England gründete, bedeutete dies noch längst nicht zwangsläufig, das die Anhänger des Murray'schen Gedankengutes ihn auch unterstützten. Murray's Theorien sowie die ihrer Vorgänger Michelet, Frazer, Leland etc. übten einen sehr starken Reiz auf viele der damals neuzeitlichen Menschen aus, die weder mit dem traditionellen Christentum zufrieden waren, noch mit dem allgemeinen europäischen Kulturbild. Murray's Theorien entsprachen somit dem vorherrschenden sich wandelnden Gesellschaftsbild und somit dem Geist der damaligen Zeit. Auf den Grundlagen der Murray'schen Theorien unter Führung Gardners (dessen eigene Theorien möglicherweise nicht unbedingt immer mit denen Murray`s übereinstimmten) bildeten sich zwei große Bewegungen. Die erste war die Ende der 30er Jahre gegründete Bewegung der englischen Neu-Hexen. Die Neu-Hexen-Bewegung in England stand unter Führung von Gerald B. Gardner. Angeblich wurde er, im Jahre 1939 durch eine englische Hexe persönlich, die namentlich Old Dorothy Clutterbuck hiess, in die Hexenkunst eingeweiht. Angeblich, so geht das Gerücht, marschierte sie kurz vor der bevorstehenden Invasion Hitlers gen England an der Spitze der englischen Hexen voranschreitend zum Meeresstrand. Von dort aus bildeten die Hexen einen Kraftkegel und Old Dorothy Clutterbuck bildete einen Energiekegel und rief: "Du darfst nicht kommen!"
Gerald B. Gardner starb im Jahre 1964 und hinterliess ein gewaltiges Erbe, dessen sich viele seiner zahlreichen Anhänger und Anhängerinnen leider bis heute überhaupt nicht im mindesten bewußt sind, da gegenseitige Machtkämpfe um Anerkennung, Einfluß innerhalb der Szene, Initiationsgrade usw. weitaus wichtiger sind, als die Suche nach den Wurzeln unseres gemeinsamen Erbes, das wir alsbald schon wieder neu begreifen lernen müssen, (gerade aus diesem Grund heraus wird unser Geist stets auf's neue in einem jeweils anderen Körper in einer anderen Zeit neu wiedergeboren (reinkarniert), um unser noch immer bestehendes, gemeinsames Erbe untereinander zu teilen und später an geeignete Nachfolger weiterzugeben, die es ihrerseits wieder an andere weitergeben, wenn die Zeit gekommen ist, ehe wir vielleicht eines Tages wieder neu geboren werden, um ein weiteres Mal diese Aufgabe im Zeichen unserer geistigen und seelischen Transparenz zu erfüllen, statt es durch unnötige Herumstocherei im dunklen Scherbenhaufen der Vergangenheit zu zerstören.
Die zweite Bewegung entstand parallel zur großen Welle kultureller Unzufriedenheit in unserer westlichen Welt in den 60er und 70er Jahren. Sie galt als eine Art "Gegenkultur" zur westlichen Welt und verbreitete sich stark in Europa und Nordamerika. Während dieses sozialkulturellen Aufstandes wurde viel romantisches Gedankengut innerhalb der Gesellschaftssysteme eingeführt, darunter ebenfalls die von Margareth Murray aufgestellten Theorien. Seit 1960 wuchs ein Netzwerk in Europa und den USA. Neuheidnische Gruppen entwickelten und verbreiteten sich überraschend schnell in Europa und auf dem nordamerikanischen Kontinent. Die von den Wicca gepflegte "Alte Religion" - häufig auch die "Weißen Hexen" genannt, bezieht sich in erster Linie auf den Druidismus, eine Form naturreligiösen Glaubens, auf den sich die meisten (jedoch nicht alle) Anhänger der Wicca-Bewegung häufig beziehen, wobei sich die berechtigte Frage stellt, ob es Traditionen im eigentlichen Sinne überhaupt gibt, geschweige denn, ob man überhaupt von solchen sprechen kann. In bezug auf das Jahr 2004 und somit die Zeit der Moderne, wäre es möglicherweise schon der Logik halber viel sinnvoller, von diversen, unzähligen größeren und kleinen Hexengemeinschaften zu sprechen, deren Ableger sich fast über die gesamte Welt verteilen.



Weiter über Gardner:
Gerald B. Gardner Mit der Veröffentlichung seines Buches "Witchcraft Today" 1952 wurde der Weg für fast alle heutigen Hexen bereitet, obwohl viele anderen Traditionen folgten. Die Veröffentlichung war sicher unter seinen Mithexen umstritten; einigen behaupten heute noch, es wäre besser gewesen, der Kult wäre im Verborgenen geblieben.
Gardners Version von "Naturrreligion" unterschied sich wesentlich von der M. Murrays. Für ihn war das Hexentum eine friedliebende, fröhliche Naturreligion.
Hexen trafen sich in "Coven", die von einer Hohnpriesterin verwaltet wurden. Sie verehren den "Gott des Waldes (Herne-Cernunnos) und die dreifache Göttin.
Gardner wurde selbst, nach seinen eigenen Angaben, 1939 in den "New Forest-Coven" initiiert. Er erhielt Kontakt zu diesem Hexenzirkel durch das "Rosicrucian Theatre", in dem es neben den anderen Schauspielern einen internen Kreis gab.
Die Leiterin dieses Covens war "Dorothy Clutterbuck (bzw. Fordham)"Old Dorothy", wie sie genannt wurde war - im Gegensatz zu Gardner dagegen, daß der Hexenkult veröffentlicht wurde. Gardner schrieb also zunächst einen Roman "High Magic's Aid" (1949), der einige Wicca-Rituale andeutete.
Zudem existierte noch der Witchcraft Act (1735), unter dem Hexerei noch als strafbar galt. Nach dem II. Weltkrieg aber (1951) wurde er durch den "Fraudulant Mediums Act" ersetzt.
Außerdem starb Old Dorothy und Gardner fühlte sich frei den Hexenkult durch "Witchcraft Today" zu veröffentlichen.
1951 eröffnete Cecil Williamson das Witchcraft Museum (Witches' Mill) auf der Isle of Man. Das Museum wurde eine erfolgreiche Touristenattraktion, die die Aufmerksamkeit der Presse erregte, vor allem nachdem Gardner dort einzog. Später kaufte Gardner das Museum und fügte einige Objekte hinzu.
Als Gardner starb (1964) erbete Monique Wilson (Lady Olwen) das Museum und verbreitete Wicca in Amerika. Allerdings wurde das Museum unter ihrere Regie und zum Entsetzen aller Wiccas an das US-Unternehmen Ripley's verkauft und verkam zu Kitsch.
Am 3. Oktober 1964 wurde in einem Londoner Hotel die Eröffnungsfeier der "Witchcraft Research Association" veranstaltet.
Viele Hexen nebst Begleitern waren anwesend, um ihre Unterstützung zu zeigen, sowie sämtliche Reporter, die, nachdem sie keine Orgien oder Schwarze Messen vorfanden, vorzeitig die Veranstaltung verließen.
Die Association wurde Von einem Mann mit dem Pseudonym "John Math", der Kontakt mit Hexen aus Gardners Kreisen sowie Traditionellen hatte, ins Leben gerufen. Er brachte auch die Zeitschrift "Pentagramm" heraus, in der sich beide Seiten austauschen konnten. Nachdem aber ein solcher Austausch nicht funktionierte, löste sich die Association auf. Schon seit Murray's Büchern gibt es unterschiedliche Meinungen zur Authentizität des Hexenkultes. Murrays Kollegen zweifelten, daß es echte Beweise gäbe. Es gibt noch weitere Kritiker, wie z.B. Aidan Kelly, die selbst zur Wicca - Bewegung gehören. Die meisten Vorwürfe richteten sich gegen Gardner: Gab es tatsächlich diesen "New Forest-Coven? Hat Gardner den Hexenkult erfunden?.
Kelly geht davon aus, dass Gardner zwar Hexen, vielleicht sogar Coven kannte, aber das er "Wicca" als neuheidnische Religionsbewegung kreierte. Jedoch bestand seine einzige Arbeitsmethode aus der Untersuchung des "Buche der Schatten", als überliefertes Schriftstück. Diese Methode war und ist fraglich, da das Buch der Schatten bekanntlich "nicht authentisch" ist.
Die Essenz von Gardners Reformen ist, das er die Göttin in den Mittelpunkt dieser Bewegung brachte, und es ist die Göttin, die die Imagination, Herzen und Seelen derjenigen fesselt, die sich zu dieser Bewegung hingezogen fühlen.
Es ist, als wären wir, die westliche Zivilisation, wieder (oder endlich) bereit, mit dem Konzept von einer weibl. Gottheit umzugehen. Es ist diese Bereitschaft, die wicca bzw, Gardner legitimiert, und nicht irgendwelche Pseudogeschichte, die man bis in die Steinzeit zurückverfolgen kann.
Old Dorothy, eine der wenigen, die einiges hätten aufklären können, verstarb 1951, Gerald B. Gardner im Februar 1964; sein Grab liegt in der Nähe der alten Ruinen von Kathago, die Stadt der Mondgöttin Thanit.
Bedeutend auch ist der Einfluss von Alex Sanders in den 60er und 70er Jahren. Er wurde als (selbsternannter) "Hexenkönig " bekannt, aber auch dadurch, dass er die Medien direkt aufsuchte; er initiierte Tausende Wicca - Interessierte zusammen mit seiner Frau Maxine.
Sanders behauptete, er sei von seiner Großmutter initiiert, was natürlich fragwürdig ist, insbesondere, wenn man in Betracht zieht, das er 1961 vergeblich versuchte, in einen Gardnerian - Coven einzutreten. Noch fragwürdiger wird seine Herkunft, wenn man das "Alexandrian Book of Shadows" mit dem der Gardnerians vergleicht: sie sind fast identisch. Es heißt, er habe irgendwie das Material bekommen und damit begonnen, eine "neue" Tradition zu gründen. Dies entspricht der Entwicklung von Heute.
Letztlich ist seine Herkunft unbedeutend. Tatsache ist, er hat einigen die Möglichkeit gegeben, Wicca zu werden, die dies vielleicht sonst nie geworden wären. Sanders starb 1988; Maxine leitet mehrere Coven in London.
Die Bezeichnung "Dianic - Wicca" umfasst mehrere Traditionen; sie stammt natürlich von M. Murrays Beschreibung der Hexenreligion als der "dianische Kult". Alle Gruppen, die sich heute als "Dianisch" bezeichnen, haben eins gemeinsam: ausschließliche Betonung auf der weibl. Gottheit. Die meisten Gruppen schließen Männer aus.
Dianic -Wicca ist eine Synthese von Hexenkunst und Feminismus als reine "Frauenreligion". Wegen dieser ausschließenden, manchmal totalitären und intoleranten Tendenz stoßen dianisch orientierte Hexen auf Differenzen mit anderen Gruppen.
Die wichtigste Tradition innerhalb der dianischen Bewegung ist die der Zsuzsanna Budapest. Budapest, eine ungarische Emigrantin, Schloss sich der amerikanischen Frauenbewegung an, aber im Lande der "unbegrenzten" Möglichkeiten erfuhr sie Grenzen. So wurde sie 1975 wegen Wahrsagerei verhaftet.
1971 gründete Susan B. Anthony den Coven No.1 Durch sie kam auch Miriam Simos (Starhawk) zum Hexenkult. Starhawks Buch "The Spiral Dance" (Der Hexenkult) war eine der wichtigsten Veröffentlichungen.
Quelle: Von Accolon

wds
Admin
Admin

Anmeldedatum : 15.06.10

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten